Urlaub im Naturpark- Zittauer Gebirge - in einem original Umgebindehaus für bis 8 Personen
 
Umgebinde-Architektur in Mitteleuropa

H allo Urlauber, vielen Dank für Euer Interesse an diesem schönen alten Haus. Es ist ziemlich alt und zum großen Teil aus Holz. Der Baustil nennt sich Umgebinde. Die an der Ostexpansion teilnehmenden Franken, Sachsen und Schwaben übernahmen zum Teil die vorgefundene slawische Art zu bauen. Zuerst wurde eine hölzerne Blockstube(slawischer Teil) errichtet und diese mit einem Fachwerk umbunden. Das Verbreitungsgebiet reicht von Nordböhmen bis an die westl.Grenze der Lausitz und der Baustil ist einmalig. Waltersdorf wurde im 12.Jhd von deutschen Kolonialisten besiedelt. Waltersdorf ist ein Ort im Zittauer Gebirge.

Im Gebiet des Oberlausitzer Berglandes sind noch heute die spezifischen Ausprägungen der Blockbauweise im Gebiet der ehemaligen Leineweger zu finden. Der Begriff Umgebinde, der erst in den Ende des 19. Jahrhunderts aufkam, kennzeichnet die äußere Gestalt dieser Gebäudeart. Immer wiederkehrendes Merkmal sind die meist dreiseitig um die ebenerdige Stube herumlaufenden ("umbindenden") Joche ("Fensterbögen"). Der Last des Daches bei einstöckigen bis zweistöckigen Gebäuden wird durch sinnvolle Anordnung von Ständern (Säulen), Spannriegeln und Kopfbändern entgegengewirkt, um Deformationen vorzubeugen. Dadurch war es möglich, das Herzstück des Hauses, die "geschrotete" Stube, als selbständigen Baukörper zu behandeln.

Alle äußeren Bauteile des Hauses, ausgenommen die Stube, waren untereinander einheitlich verbunden, ein seitliches Verschieben der Hölzer war damit unmöglich. Das Geschoßumgebinde wird in der Lausitz erstmalig 1580 erwähnt und stellt in seiner Kombination von horizontalen (=Blockstube) und vertikalen (=Fachwerkobergeschoß) eine eigenständige Lösung dar. Für den Freund der Lausitzer Holzbaukunst stellen die Orte im Oberlausitzer Bergland eine wahre Fundgrube dar.

Bis 1850 erlebte das Umgebindehaus eine Flut schmückender Details. Stilrichtungen des Spätbarock, des Rokoko, des Klassizismus - alle schlagen sie sich als bodenständige volkskünstlerische Leistungen nieder. Einheimische Zimmerleute, Steinmetzen, Schmiede und Dachdecker schufen hier kleine Meisterwerke an Originalität und Vielfalt. Hervorstechend sind die wuchtigen Bauten der ´Verleger´und ´Leinwandfaktoren´mit den kunstvollen Sandsteinportalen und Türen, den schmiedeeisernen Gittern, den nach höfischem Vorbild profilierten Umgebindesäulen sowie den mit allerlei Zierrat und Symbolen ausgelegten "Ochsenaugen" und "Dachhechten". Das Innere zeigt Gewölbe-Decken, Treppenbaluster, bemalte Wandtäfelungen usw.. Zu Bewundern sind diese in Eibau, Ebersbach, Großschönau und anderen Orten der region um Zittau.
Fast jeder Ort hat sein eigenes gesicht und seine Kutiositäten. Wohl einmalig, weil ortsgeschichtlich bedingt, ist die Häufung von künstlerisch sehenswerten Türstöcken in Waltersdorf.

Kaum eine Landschaft Mitteleuropas kann heute noch einen so dichten und originellen Bestand an geschlossener Volksarchitektur aufweisen wie die südliche Oberlausitz. Staat und Bürger sind in der Pflicht, Mittel und Wege zu finden, dem Substanzverlust wirkungsvoll zu begegnen, damit diese Zeugen einer praktischen und formschönen Baukultur, deren Träger einstmals zu den ärmsten Bevölkerungsschichten gehörten, für küntige Generationen erhalten bleiben.

entnommen: Reisehandbuch Lausitz, VEB Touristverlag Berlin-Leipzig, 1985

Urlaub im Zittauer Gebirge, Oberlausitz, Sachsen

Fereienhaus Zittauer Gebirge, Jugendherberge, Quartier, Zimmer