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Görlitz (poln. Zgorzelec, obersorbisch Zhorjelc) ist die östlichste Stadt Deutschlands und Kreisstadt des Landkreises Görlitz. Die sächsische Stadt liegt in der Oberlausitz an der Lausitzer Neiße, die hier seit 1945 die Grenze zu Polen bildet. Der östlich der Neiße gelegene Teil der Stadt wurde durch die Grenzziehung in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg abgetrennt und bildet seitdem die eigenständige polnische Stadt Zgorzelec.

Görlitz blieb im Zweiten Weltkrieg von Zerstörungen fast völlig verschont. Mit 3500 größtenteils restaurierten Baudenkmälern weist es eines der besterhaltenen historischen Stadtbilder in Deutschland auf und bildet damit das größte, zusammenhängende nationale Flächendenkmal. Die Altstadt ist durch spätgotische, Renaissance-und Barock-Bürgerhäuser sowie ein ausgedehntes Gründerzeitviertel geprägt.

Görlitz überstand den Zweiten Weltkrieg fast ohne Zerstörungen und besitzt eine Altstadt mit zahlreichen historischen, teilweise denkmalgeschützten Bauwerken. Die Altstadt und die Nikolaivorstadt sind überwiegend von Bebauung aus dem Mittelalter sowie aus der Zeit der Renaissance und des Barock geprägt. Die Innenstadt ist ein Gründerzeitviertel mit vollständig geschlossenen Gründerzeit- und Jugendstil-Straßenzügen. Görlitz ist die Stadt mit den meisten separat geschützten Denkmälern in Deutschland. Hinzuweisen ist auf die Peterskirche, sowie den Ober- und Untermarkt mit ihren Renaissancefassaden. So befindet sich in Görlitz der Schönhof, erbaut 1526 durch Wendel Roskopf d. Ä., das älteste bürgerliche Renaissancegebäude Deutschlands. Auch aus neuerer Zeit existieren einzigartige Bauwerke: Das Görlitzer Warenhaus am Demianiplatz, direkt neben der Frauenkirche gelegen, ist heute das einzige historische Kaufhaus seiner Epoche in Deutschland, das die wechselnden Moden und vor allem den Zweiten Weltkrieg ohne erhebliche Veränderungen überstanden hat (und daher auch das einzige mehrgeschossige Hertie-Kaufhaus ohne Rolltreppen). Es wurde 1912–1913 als „Grand Bazar zum Strauß“ nach Plänen des Architekten Carl Schumanns errichtet, der die Fassade 1897–1904 nach dem damals gängigen Vorbild des Berliner Kaufhauses Wertheim von Alfred Messel gestaltete. Im Jahre 1984 wurde das Gebäude restauriert. Auf dem Untermarkt 22 ist der sogenannte Flüsterbogen über dem Eingangstor besonderer Anziehungspunkt für Touristen.

Geschichte

Ende des 10. Jahrhunderts unterwarf der meißnische Markgraf Gero die slawischen Stämme in der Ober- und Niederlausitz und gliederte ihr Gebiet in das deutsche Reich ein. Es blieb jedoch lange Zeit ein Konfliktherd zwischen Böhmen, Polen und dem Heiligen Römischen Reich. Görlitz wurde 1071 erstmals in einer Urkunde König Heinrichs IV. erwähnt. 1075 kam das Gebiet der heutigen Ober- und Niederlausitz als Pfand und 1089 als Reichslehn unter die Herrschaft der böhmischen Herzöge und später Könige, die bis 1635 damit auch Stadtherren von Görlitz waren.

In den Jahren um 1126 wurde die Burg Yzcorelik, die vermutlich im Bereich der Peterskirche lag, zusammen mit anderen wichtigen Burgen an der Grenze Böhmens durch Herzog Soběslav I. ausgebaut. Angelehnt an die dörfliche Siedlung bzw. die Burg entwickelte sich wohl in der Mitte des 12. Jahrhunderts an der Via Regia eine Ansiedlung von Kaufleuten mit der Nikolaikirche. Um 1200 entstand eine planmäßige Stadtanlage um den Untermarkt im Bereich der heutigen Altstadt.

Unter der Herrschaft der Askanier, die den östlichen Teil des Landes Bautzen mit der Stadt Görlitz 1253 als Pfand vom böhmischen König erhalten hatten, wurde die Stadtanlage nach Westen erweitert und eine Stadtbefestigung errichtet, die nun auch das 1234 gegründete Franziskanerkloster mit einschloss.

Für die Zeit kurz vor 1300 ist ein Stadtrat mit Bürgermeister, zwölf Ratsherren und vier Schöffen belegt. 1303 bekam Görlitz das Stadtrecht verliehen. Wenig später entwickelte sich eine jüdische Gemeinde. Nachdem die Stadt 1329 wieder zurück an Böhmen gefallen war, bestätigte der böhmische König Johann von Luxemburg die sich entwickelnde Ansiedlung der Juden und stattete Görlitz mit zahlreichen Rechten, insbesondere dem Münzregal, aus. 1339 erhielt die Stadt zusätzlich das Stapelrecht für Waid und wurde durch ihren aufstrebenden Handel und eine florierende Tuchproduktion bald darauf zur bedeutendsten Handelsstadt zwischen Erfurt und Breslau.

Gestützt auf ihre wirtschaftliche Macht und königliches Privileg gründeten am 21. August 1346 Bautzen, Görlitz, Zittau, Kamenz, Löbau und Lauban den Oberlausitzer Sechsstädtebund, um im Auftrag des Landesherrn, des Königs von Böhmen Karl I. und späteren deutschen Kaisers Karl IV., den Landfrieden zu wahren. Rechtlich stand Görlitz damit den Freien Reichsstädten kaum nach. Einhergehend mit dem wirtschaftlichen Aufschwung stiegen dieZünfte zu lokalen Machtfaktoren auf. Sie lehnten die „Außenpolitik“ des Rates ab und begehrten in diesem Zeitraum mehrmals vergeblich gegen die Ratsobrigkeit auf. 1377 bis 1396 war die Stadt Zentrum des Herzogtums Görlitz, das Karl IV. für seinen siebenjährigen Sohn Johann gegründet hatte. Dieser gestattete 1389 die Vertreibung der Juden aus Görlitz. Nach seinem Tod 1396 wurde das Herzogtum wieder aufgelöst.

Während der Hussitenkriege wurden 1429 die südlichen und östlichen Vorstädte niedergebrannt, die ummauerte Stadt jedoch nicht belagert. Neben zahlreichen Fehden, die die Stadt im 14. Jahrhundert zur Wahrung des Landfriedens und ihrer umfangreichen Privilegien geführt hatte, war sie im 15. Jahrhundert auch in die Auseinandersetzungen um den Böhmischen Thron zwischen Georg von Podiebrad und Matthias Corvinus verwickelt. Als Konsequenz wurden bis 1477 auch die Vorstädte mit einem Graben und Palisaden umgeben und die Stadtbefestigung modernisiert und verstärkt. 1491 entluden sich die Spannungen zwischen Görlitz und Zittau, die bereits nach Ende der Hussitenkriege begonnen hatten, in einem Bierkrieg. Unter der Herrschaft des ungarischen Königs Matthias Corvinus kam die Stadt im späten 15. Jahrhundert zu höchster Blüte, die bis weit in das 16. Jahrhundert anhielt. Aus dieser Zeit stammen zahlreiche Bürgerhäuser und Kirchenbauten der Spätgotik und Renaissance.

Ab 1521 wurde in Görlitz evangelisch gepredigt, auch wenn sich der Rat noch lange der Reformation widersetzte. 1539 wurde eine evangelische Kirchenordnung eingeführt. In der Folge des Schmalkaldischen Krieges war die Stadt 1547 vom Oberlausitzer Pönfall betroffen, da die Sechsstädte nur sehr zögerlich Truppen für den Krieg gestellt hatten, die zudem das kaiserliche Lager bereits vor der Schlacht bei Mühlberg wieder verließen. Die Stadt wurde zur Zahlung einer hohen Geldstrafe verpflichtet und verlor zahlreiche Rechte und sämtlichen Landbesitz. Zwar konnten in den folgenden Jahren viele Besitzungen und Privilegien wieder zurückgekauft werden, die Macht der Städte in der Oberlausitzer Ständerepublik war jedoch zugunsten des Landesherrn und der großen Adelsgeschlechter gebrochen.

1635 wurde Görlitz zusammen mit der Oberlausitz, deren Stände sich den aufständischen Böhmen angeschlossen hatten, zum Ausgleich für Kriegsschulden des Kaisers an das Kurfürstentum Sachsen vergeben. Im weiteren Verlauf des Dreißigjährigen Krieges wurde das von Schweden besetzte Görlitz im Jahr 1641 erfolgreich belagert. Dabei erlitt es schwere Schäden. Im Siebenjährigen Krieg war die Stadt in der Schlacht von Moys erneut Schauplatz militärischer Auseinandersetzungen.

1779 wurde hier die Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften gegründet, die später zur größten bürgerlichen Gesellschaft ihrer Art in Deutschland heranwuchs.

1816 wurde Görlitz als Folge der Beschlüsse des Wiener Kongresses in die preußische Provinz Schlesien eingegliedert und Sitz des gleichnamigen Kreises innerhalb des Regierungsbezirks Liegnitz. Die Zugehörigkeit zu Preußen hatte erheblichen Einfluss auf die politische und gesellschaftliche Entwicklung der Stadt. 1833 wurde das preußische Stadtrecht eingeführt und die Stadt unter dem ersten Oberbürgermeister Gottlob Ludwig Demiani zu einer erneuten Blüte geführt. 1847 erhielt sie einen Bahnanschluss nach Dresden und wurde gleichzeitig über eine Zweigbahn mit Berlin und Breslau verbunden. 1867 eröffnete die Berlin-Görlitzer Eisenbahn-Gesellschaft ihre Strecke vom Görlitzer Bahnhof in Berlin. Damit in Verbindung stand eine rasche Industrialisierung. Zahlreiche öffentliche Großbauten, Industrieanlagen und Wohnsiedlungen der Gründerzeit prägen noch heute das Stadtbild südlich der Altstadt.

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde wie überall im Deutschen Reich die jüdische Bevölkerung systematisch entrechtet und in Konzentrationslager verschleppt. Allerdings scheiterte der Versuch, in der Reichspogromnacht 1938 die Görlitzer Synagoge in Brand zu setzen, so dass diese als eine der wenigen Synagogen im heutigen Sachsen größtenteils unversehrt blieb. 1944 wurde das KZ-Außenlager Görlitz eingerichtet. Nachweislich wurden hier über 400 jüdische Häftlinge aus Ungarn, Polen, Tschechien und Russland ermordet oder starben an Krankheiten und Entkräftung.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Görlitz durch die Oder-Neiße-Grenze geteilt. Der östlich der Neiße gelegene Teil der Stadt ist seither polnisches Staatsgebiet und heißt Zgorzelec. Die dort ansässige Bevölkerung wurde ab 21. Juni 1945 zwangsausgesiedelt. Daher wuchs die Stadtbevölkerung wegen der Flüchtlingswellen kurzzeitig auf über 100.000. Der bei Deutschland verbliebene größere Teil der Stadt wurde Teil des Landes Sachsen, das 1952 aufgelöst wurde. Danach gehörte die Stadt zum Bezirk Dresden.

Mit der Unterzeichnung des Görlitzer Abkommens am 6. Juli 1950 wurde die Oder-Neiße-Grenze zwischen der damaligen Volksrepublik Polen und der Deutschen Demokratischen Republik von beiden Seiten als offizielle Staatsgrenze anerkannt. Völkerechtlich anerkannt wurde die Grenze jedoch erst mit dem Deutsch-polnischen Grenzvertrag von 1990 zwischen der Bundesrepublik und Polen.

Ab 1975 entstanden die Neubaugebiete Königshufen und Rauschwalde, während die Bausubstanz der Alt- und Innenstadt verfiel. Ende der 1980er Jahre waren flächendeckende Abrisse geplant, die durch die politische Wende 1989 jedoch ausblieben. Es gibt in Deutschland nur sehr wenige in ihrer Einwohnerzahl (2007: 58 000; seit ein paar Jahren mehr Zu- als Wegzug) mit Görlitz vergleichbare Städte, die eine solche Dichte von gut erhaltenen Baudenkmälern aufweisen können. Von dem Bau- und Rekonstruktions-Boom nach der Wiedervereinigung, der wesentlich durch Fördermaßnahmen des Staates und der Europäischen Union getragen wurde, konnte insbesondere die Innenstadt profitieren. Der anhaltende Bevölkerungsschwund in den östlichen Bundesländern macht sich allerdings auch in dieser Region bemerkbar.

Im wiedergegründeten Freistaat Sachsen wurde Görlitz eine kreisfreie Stadt im neu gebildeten Regierungsbezirk Dresden. Im Zuge der Kreisreform 1994 ging der Landkreis Görlitz im neuen Niederschlesischen Oberlausitzkreis auf. Görlitz wurde zunächst Kreissitz, verlor diesen jedoch bald darauf an Niesky. Im Verlauf der sächsischen Kreisgebietsreform 2008 wurden der Niederschlesische Oberlausitzkreis, die kreisfreie Stadt Görlitz sowie der Landkreis Löbau-Zittau am 1. August 2008 zum Landkreis Görlitz fusioniert. Kreissitz wurde Görlitz. Damit entfiel der Status kreisfreie Stadt, Görlitz bekam jedoch den Titel Große Kreisstadt.



 

 


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